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Berlin, 13.09.2004 Übereilter Börsengang der DB AG birgt mehr Risiken als Mautdesaster
Mehr Bahnen!, die Vereinigung für Wettbewerb im Schienenverkehr, warnt anlässlich des heutigen Spiegel-Berichts nachdrücklich vor einem übereilten Börsengang bis 2006. "Das derzeitige Vorgehen erinnert sehr an die voreilige Vertragsunterzeichnung zum Mautsystem, nur dass die verkehrs- und finanzpolitischen Risiken diesmal ungleich größer sind", befürchtet Karl-Heinz Rochlitz, Vorsitzender der Vereinigung.
Die aktuellen Investitionskürzungen im Netz und nachlassende Instandhaltungsaktivitäten seien nur erste Vorboten dessen, was geschehen wird, wenn die DB AG mitsamt Netz an die Börse gebracht wird. Auch an regelmäßige Preiserhöhungen werde man sich wohl gewöhnen müssen, wenn sich das Mehdorn-Modell eines Börsengangs mit Netz durchsetzen sollte und so der Wettbewerb auf der Schienedauerhaft auf Marktnischen beschränkt bleibe. "Die von der DB AG aktuell angekündigten Preiserhöhungen sind faktisch das Ergebnis des immer noch fehlenden Wettbewerbs", so Rochlitz.
Der im Spiegel geschilderte rüde Umgang Mehdorns mit den Industrieverbänden, die wichtige Bahnkunden des Güterverkehrs repräsentieren, zeige wieder einmal, was Mehdorn von seinen Kunden und deren Vertretungen wirklich halte.
Bestehende Überlegungen, vor 2006 einen strategischen Anteil der DB AG zu veräußern, empfindet Rochlitz als "verkehrspolitisch extrem gefährlich". Dadurch würden Fakten geschaffen, die im Nachhinein nicht mehr korrigierbar wären. Einer späteren Herauslösung des Netzes wäre damit ein Riegel vorgeschoben. Rochlitz: "Es wird höchste Zeit, dass sich die Bundesregierung bahnpolitisch aus Mehdorns Fahrwasser freischwimmt und ein eigenständiges, solides Konzept für den Börsengang entwickelt."
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